De: Schwimmen, Radfahren, Sitzen: Auswirkungen akuter körperlicher Aktivität auf Gedächtnis und inhibitorische KontrolleEn: Swim, bike, sit: Effects of Acute Exercise on Memory and Inhibitory Control

AuthorMelanie Klapprott, Stefan Debener
CategoryNeuroscience
DescriptionEine kurze Einheit Radfahren kann Menschen dabei helfen, sich Informationen besser zu merken und sich weniger geistig müde zu fühlen, während Schwimmen das Gehirn auf eine Weise beeinflussen kann, die sich nicht unmittelbar im Verhalten zeigt - A short session of cycling may help people remember information better and feel less mentally tired, while swimming may affect the brain in ways that are not immediately visible in behaviour
KeywordsEEGMemoryInhibitory control
linkhttps://doi.org/10.1007/s41465-025-00340-6

Diese Studie untersuchte, wie sich eine kurze Sporteinheit auf Gedächtnis, Aufmerksamkeit und Gehirnaktivität auswirkt. Die Teilnehmenden bearbeiteten zunächst Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsaufgaben, während ihre Gehirnaktivität mittels EEG aufgezeichnet wurde. Anschließend wurden sie einer von drei Gruppen zugeteilt: Radfahren, Schwimmen oder Schauen einer Sportreportage im Sitzen. Jede Aktivität dauerte 20 Minuten, wobei die sportlichen Einheiten bei moderater Intensität ausgeübt wurden. Danach bearbeiteten die Teilnehmenden erneut die Gedächtnis- und Aufmerksamkeitsaufgaben. Die Ergebnisse zeigten, dass Radfahren einen kleinen, aber bedeutsamen Vorteil für die Gedächtnisleistung hatte. Teilnehmende in der Fahrradgruppe konnten sich nach der Intervention an mehr Wörter erinnern, während sich die Leistung der Kontrollgruppe im Vergleich zu vorher verschlechterte. Dies deutet darauf hin, dass Radfahren eher davor schützt, mental zu ermüden, als die Leistung stark zu steigern. Schwimmen führte zu keinen messbaren Verbesserungen der Gedächtnisleistung. Hinsichtlich Aufmerksamkeit und Reaktionsgeschwindigkeit reagierten alle Teilnehmenden nach der Intervention schneller – unabhängig davon, in welcher Gruppe sie waren. Diese Verbesserung ist wahrscheinlich eher auf Übungseffekte zurückzuführen, und nicht auf die Interventionen selbst. Außerdem berichteten die Teilnehmenden in den Sportgruppen, dass sie sich positiver und energiegeladener fühlten als die in der Sitzgruppe. Darüber hinaus zeigte sich, dass Schwimmen Veränderungen in der Gehirnaktivität während der Aufmerksamkeitsaufgabe hervorrief, was darauf hindeutet, dass Schwimmen auf neuronaler Ebene tatsächlich positive Effekte haben kann, die sich nicht unmittelbar im Verhalten widerspiegeln. Insgesamt legen die Ergebnisse nahe, dass unterschiedliche Arten von Bewegung das Gehirn auf verschiedene Weise beeinflussen. Während Radfahren Gedächtnis und Aufmerksamkeit auf Verhaltensebene unterstützt, scheint Schwimmen eher Veränderungen in der Verarbeitung im Gehirn zu bewirken, die sich nicht sofort in einer verbesserten Leistung zeigen. Wichtig ist dabei, dass bereits eine kurze Phase moderater körperlicher Aktivität dazu beitragen kann, die kognitive Leistungsfähigkeit aufrechtzuerhalten und Ermüdung bei geistig anspruchsvollen Aufgaben entgegenzuwirken.


This study investigated how a short session of physical exercise affects memory, attention, and brain activity. Participants first completed memory and attention tasks while their brain activity was recorded using EEG. They were then assigned to one of three groups: cycling, swimming, or sitting and watching a documentary. Each activity lasted 20 minutes and the exercise bouts were performed at a moderate intensity. Afterward, participants again completed the memory and attention tasks. The results showed that cycling had a small but meaningful benefit for memory performance. Participants who cycled were able to remember more words after the intervention, whereas those in the control group performed worse than before. This suggests that cycling may help protect against mental fatigue rather than dramatically boosting performance. In contrast, swimming did not lead to measurable improvements in memory performance. For attention and response speed, all participants responded faster after the break, regardless of whether they exercised or not. This improvement is likely due to becoming more familiar with the task rather than the effects of exercise itself. Additionally, participants who exercised reported feeling more positive and energized compared to those who remained sedentary. Also, swimming produced changes in brain activity during the attention task, indicating that it may still have beneficial effects at the neural level that are not immediately visible in behavior. Overall, the findings suggest that different types of exercise can influence the brain in different ways. Cycling appears to support memory and attention at a behavioral level, while swimming may lead to changes in brain processing that do not immediately translate into improved performance. Importantly, even a short bout of moderate exercise may help maintain cognitive performance and counteract fatigue during mentally demanding activities.